Von Jinghong ging es mit dem Nachtbus nach Jianshui. Die Fahrt (15 Std) war recht spektakulär, dazu mehr in meinem nächsten Blogeintrag. In Jianshui wurden wir an einem Kreisverkehr in der Stadt rausgelassen, sind dann zum Busbahnhof und von dort in den nächsten Bus um nach Yuanyang zu fahren (3 Std.), wo die besagten Reisterassen sind. Yuanyang besteht aber mittlerweile aus zwei Ortschaften, einer neuen und einer alten. Wir sind natürlich zum falschen Ortsteil gefahren und mussten dann von dort aus mit einem weiteren Bus wieder eine Stunde Bus fahren. Nach insgesamt etwa 20 Stunden Fahrt kamen wir nun endlich an unserem Zielort an und fanden direkt eine Absteige (der Begriff beschreibt es ganz passend). Am nächsten Tag machten wir eine Wanderung durch die Reisterassen, vorbei an Bauern, die ihre Terrassen mit Wasserbüffeln pflügten und Kindern, die im Matsch spielten. Danach sollte uns ein Tuktuk-Fahrer nach Dou Yi Shu bringen, dort wollten wir übernachten um von dort am nächsten Morgen den tollen Sonnenaufgang zu bewundern. Die Strasse dorthin war leider kurzzeitig gesperrt, das Tuktuk nicht besonders schnell (die schlecht befahrbaren Strassen ließen aber auch kein schnelleres Fahren zu) und es wurde immer dunkler. Von einer Informationsstelle in Yuanyang hatte ich eine Visitenkarte von einem Gästehaus in Dou Yi Shu und zeigte diese dem Tuktuk-Fahrer als er meinte, dass wir da wären. Wir fuhren eine weitere halbe Stunde und landeten im Niemandsland. Das Gästehaus wurde telefonisch kontaktiert, ein wildes hin und her – ich schon leicht verzweifelt, der Fahrer fuhr die Straße auf und ab und von dem Gästehaus war keine Spur zu sehen. Dann hielten wir einfach irgendwo und warteten. Dann kam auf einmal eine Minderheiten-Frau die Straße hoch mit Taschenlampe und zeigte auf ein Dorf, dass ein gutes Stück unterhalb der Straße lag. Wir sollten dahin mitkommen. Uns war die Situation nicht ganz geheuer und so waren wir froh, dass der Tuktuk-Fahrer mitkam, er hätte uns sonst notfalls wieder nach Yuanyang bringen müssen. Die Minderheiten-Frau griff beherzt meinen Rucksack (den sie bis zum Ende trug) und schon gings bergab die dunklen Wege hinunter. Irgendwann landeten wir in einem Haus von einem Chinesen, der recht alternativ aussah, eine Mütze aufhatte und laut Fernsehen guckte. Hier sollten wir also übernachten? Tatsächlich fanden wir an der Wand einen Zettel mit der Aufschrift „Sunny Guesthouse“, auf der die Preise angeschlagen waren. Nun gut, es war dann wohl doch nicht die letzte Spilunke, also blieben wir dort. Der Sonnenaufgang war in der Tat sehr schön, etwas störend nur die vielen Chinesen, die jede Idylle mit ihrem Gebrüll zunichte machten. Der Ort stelle sich als sehr ländlich heraus, aber total abgelegen von Touristen (die chinesischen Fotografen waren nach Sonnenaufgang wieder verschwunden). Da der Ort so nett war, entschieden wir noch eine weitere Nacht zu verlängern. Unser Chinese, der uns beherbergte kochte sehr gut, so dass es uns an nichts fehlte. Am nächsten Morgen trafen wir sogar Tommy, Wei (Deutsche, die mit uns in Peking studieren)und seine Freundin. Von Dou Yi Shu gings dann wieder zurück mit dem Bus nach Yuanyang. Abends stand dann noch der Sonnenuntergang in einem anderen Dorf an, der ebenfalls recht nett anzusehen war. Leider wurde auch hier die Idylle gestört, dieses mal wurden dabei die chinesischen Fotografen von Presslufthammern und Baustellenlärm unterstützt. Ein Bauarbeiter stellte ein Pappschild vor uns hin. Leider bemerkten wir nicht, dass die rote Aufschrift frisch gestrichen war und so wurde unsere Kleidung rot. Ziemlich ärgerlich. Als wir dann Abends müde wieder in Yuanyang ankamen, wollten wir nur kurz was essen. Hühnchen gabs leider nicht, also mussten wir das Fleisch aus dem großen Topf nehmen, von dem Bastian ausging, dass es Schweinefleisch sei. Das dazu bestellte Gemüse war so scharf (die Chinesen in den südlichen Provinzen essen alles grundsätzlich super scharf), dass ich auch von dem Fleisch aß obwohl es recht merkwürdig aussah. Irgendwann fischte Basti einen fussähnlichen Knochen, mit Krallenansätzen. Das konnte kein Schwein sein, es hatte wohl eher mal gebellt! Mir war dann der Appetit vergangen. Unseren Hotelflur teilten wir mit einer Horde Chinesen, die morgen um 4.30 Uhr einen riesen Aufstand machten und sich über den ganzen Flur unterhielten. Sie haben wohl eher sogar das ganze Hotel unterhalte, es wurde gelacht und geredet – ohne Ende! In solchen Momenten findet man die Chinesen ganz besonders rücksichtsvoll! Um 5.15 Uhr war dann zum Glück wieder Ruhe. Im späteren Morgen gabs dann auch noch Stromausfall, so dass warmes Duschen auch ausfiel, sonst hat man auch nicht viel gesehen weil unser Zimmer kein Tageslichtfenster hatte. Die Bustickets, die wir in einem Hotel bestellt hatten, wurden dann auch noch falsch ausgestellt und unsere Geduld näherte sich langsam dem Ende. Schließlich haben wir dann aber doch den Bus nach Kunming bekommen und sind dann abends bzw. nachts nach Kunming gefahren (hierzu auch mehr im nächsten Blogeintrag). Wir fanden dort in einem Hostel eine Unterkunft und sind dann den Tag über nur noch durch die Stadt gebummelt. Abends ging dann unser Flieger nach Peking, dort gab es ausser Turbulenzen dann zum Glück keine Zwischenfälle mehr.
Alles in allem muss ich sagen, dass China wesentlich aufregender uns abenteuerlicher ist als Thailand, Kambodscha oder Laos. Es ist auch noch viel billiger, da zum Beispiel in Kambodscha viel über den US-Dollar geregelt wird und die Währung viel zu groß ist für so ein Land. In China gibt es kaum Touristen, oder zumindest kaum Westler. Denn ohne Chinesisch ist man wirklich aufgeschmissen. Die Landschaft ist super und mittlerweile weiß man ein wenig mit den Leuten umzugehen. In Laos hatten wir oft das Gefühl, dass die Laoten eher kein Geschäft eingehen als von ihrem überteuerten Preis hinunterzugehen. Das haben wir in China so noch nicht erlebt. Hier kann man wirklich handeln was das Zeug hält. Und oft gibt es hilfsbereite Menschen, die einem weiterhelfen (wobei es hier sicherlich auch Ausnahmen geben mag). Es gibt auf jeden Fall noch einiges, was ich in China sehen möchte. Auch wenn es mir in den anderen Ländern auch gut gefallen hat, möchte ich erstmal nur noch in China reisen.

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