Montag, 23. Februar 2009

Busfahren in China - ein Thema für sich!

Das Busfahren in China ist so abenteuerlich, dass es nun seinen eigenen Blogeintrag verdient. Die Busfahren sind stets damit verbunden, dass Chinesen um einen herum rauchen und gerne auch auf den Boden rotzen. Das quasi im Minutentakt. Ich frage mich ab und zu, was die da alles „hochholen“ um es dann schön auf den Boden zu spucken. Ein weiterer typischer Punkt ist, dass die Busse in Busbahnhöfen starten (voll geladen), dann aus einem Tor hinaus auf die Strasse fahren und dass dann noch weitere Chinesen einsteigen. Weil ja dann eigentlich kein Platz mehr ist, werden kleine Plastikhocker ausgepackt und auf dem Gang verteilt. So hat jeder einen Sitzplatz!

Was das Busfahrten des weiteren so abenteuerlich macht, möchte ich an einigen kurzen Beispielen verdeutlichen.

Fahrt von der chinesischen Grenze zu Laos nach Jinghong:

Der Fahrer war an einer Mautstation zu geizig und nahm die Landstrasse, die parallel zur Schnellstrasse führte. Ich stelle mich schon auf weiteren Stunden Buckelpiste ein. Nach 10 Minuten hielt der Bus an, rechts von uns die Schnellstrasse. Dort war ein Stück Leitplanke unterbrochen und über einen Graben führte ein Sandweg hinauf auf die Schnellstrasse. Mit durchdrehenden Reifen gelangten wir dann tatsächlich auf die Schnellstrasse.

Fahrt von Jinghong nach Jianshui:

Die Fahrt mit einem Schlafbus sollte 15 Stunden lang dauern. Die Betten, in die wir gepfercht wurden, waren etwa 1,60 m lang, so dass ich stets meine Beine anwinkeln musste. Der Chinese neben mir am Fenster machte sich hin und wieder eine Zigarette an während der Fahrt, das Fenster blieb oft zu. Nach einer Stunde hatte unser Bus bereits die erste Panne. Der Busfahrer bediente sich am Werkzeugkasten und lag dann unter dem Bus, schraubte an irgendwas herum – ich weiß es nicht. Die weitere Fahrt wurde immer wieder kurz unterbrochen, meistens ging unser Fahrer dann mit einem Schraubschlüssel raus. Irgendwann schlief ich ein. Doch dann wachte ich auf, weil ich bemerkte dass der Bus wiederum nicht fuhr. Dieses Mal standen wir aber in einem Auffang-Kiesbett. Die Bremsen waren wohl heiss gelaufen und naja, da muss halt das Kiesbett herhalten. Der Busfahrer wartete eine halbe Stunde und spritze Wasser auf die Bremsen, so dass es nur so zischte. Danach gings munter weiter, über kruvige Landstrassen bergauf und bergab. Letztendlich sind wir heil in Jianshui angekommen.

Fahrt von Yuanyang nach Kunming:

Die Fahrt wurde wiederum mit einem Schlafbus absolviert und sollte 6 Stunden dauern. Kurz nach dem wir losgefahren sind hält der Busfahrer an um Besorgungen zu machen – so kommt es mir zumindest vor. Er hält nur alle 5 Minuten an und quatscht mit irgendwelchen Leuten, Pakete werde aus und in den Bus gereicht – das ganze geht etwa ne Stunde so. Nach 3 Stunden fahren wir von der Autobahn ab in eine größere Stadt. Ich wundere mich warum wir das tun, bis wir dann irgendwann an einem Haus mit „Restaurant“ halten. Der Bus hält und der Busfahrer macht erst mal 1 ½ Stunden Abendessen-Pause! Im Endeffekt sitzen wir über 10 Stunden im Bus und kommen mitten in der Nacht in Kunming an. Als der Bus auf dem Busplatz hält, wundern wir uns warum keiner aufsteht uns aussteigt. Nach mehrmaligem Nachfragen versichert uns der Busfahrer, dass wir tatsächlich in Kunming sind, die anderen Mitreisenden aber die restliche Nacht im Bus auf dem Busplatz verbringen. Na dann Gute Nacht!

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