Das Konzert selber war ein voller Erfolg. Die Stücke wurden noch schneller gespielt, als wir sie geprobt haben, alle Chinesen tot ernst und keiner verzog eine Miene. Ich konnte mir das Schmunzeln zwischendurch nicht verkneifen, weil alles so künstlich gestellt war. Nach jedem Stück standen zum Beispiel alle gleichzeitig auf, um sich dann gleichzeitig zum Publikum zu wenden. Das wirkte schon fast militärisch. Zwischen den Stücken kam eine leicht bekleidete Chinesin mit Segelohren und erzählte irgendetwas – vermutlich etwas über das nächste Musikstück. Mit einem steifen Lächeln ging sie dann jedes Mal wieder von der Bühne. Vor der Pause und am Ende kamen zwei andere Chinesinnen geradezu im Gleichschritt auf die Bühne um dem Dirigenten und dem Konzertmeister Blumen zu überreichen. Einen lustigen Moment gab es, als der Dirigent zwischen zwei Stücken sich vor dem Publikum die Hose hochzog. Das Publikum (über 800 Menschen) machte es sich mit Daunenjacken, Baseballkappen oder Mützen gemütlich. Man muss dazu sagen, dass es den Chinesen teilweise schwer fällt große Räume zu heizen. Ich beobachtete, dass einige Besucher während des Konzertes mit ihren Handys spielten. Hier und da hörte man sogar Rotzen. Es gibt Dinge, da haben die Chinesen einfach kein - oder sagen wir - ein anderes Gespür. Zusammenfassend war es trotzdem ein schöner Abend, der damit endete, dass wir als Zugabe den Tsinghua-Song, also das Lied der Universität spielten und der ganze Saal mitsang.
Jetzt bin ich aber trotzdem froh, dass die ganze Proberei ein Ende hat und ich mich auf meine anstehenden Klausuren am Dienstag und Mittwoch konzentrieren kann. Die nächsten Tage sehen also eher so aus bei mir:

1 Kommentar:
Ihr seht aus wie Mickey Mäuse :) Der Kapitalismus schlägt sich doch durch ;)
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