Dienstag, 2. Dezember 2008

Macau - Hong Kong

Der letzte Urlaub in diesem Jahr führte vergangenen Dienstag nach Macau, eine ehemals portugiesische Kolonie. Ein klappriger Bus brachte uns zum Hotel. Da dieses scheinbar unsere Buchung nicht erhalten hatte, zogen wir weiter um nach einem neuen Ausschau zu halten. Die Straßen sind voll von kleinen Buden, die getrocknete Fische und sonstige, teilweise nicht identifizierbare Meerestiere verkaufen. Schließlich fanden wir ein freies Zimmer und dann gings direkt weiter um die Insel zu erkunden: der Largo do Senado mit seiner beeindruckenden, alten Bibliothek, die Ruinen der Kirche Sao Paolo, ein Leuchtturm, jede Menge alte Bauten im portugiesischen Stil, gepflasterte Gassen und steinerne Festungen. Teilweise fühlten wir uns schon fast wie in Südeuropa. Kleine Bäckereien verkaufen Puddingtörtchen, eine macanesische Spezialität und äußerst lecker. Die Kommunikation lief über ein Kaudawelsch zwischen Englisch, Portugiesisch und Chinesisch. Irgendwie – und notfalls mit Händen und Füssen – klappt es immer. Doch Macau hat auch eine andere Seite zu bieten: es ist das selbsternannte Las Vegas des Ostens. Tatsächlich erinnern einige Bauten an Las Vegas, da diese fast identisch in Macau nachgebildet sind. Da in China und dem nahe gelegenen Hong Kong Kasinos illegal sind, erlebte das einst schläfrig kleine Macau einen Touristen-Boom und lockt nun zahlreiche Chinesen mit Glückspiel und Nachtlokals. Weiter südlich befinden sich die Inseln Coloane und Taipa, die wir ebenfalls besuchten. Auch hier werden weitere Hotelkomplexe gebaut. Ganz im Süden befinden sich jedoch noch alte Fischerdörfer und Strände.

Nach zwei schönen Tagen in Macau setzten wir mit der Fähre nach Hong Kong über. Dort bezogen wir ein Hostel, was sich hinterher als illegal herausstellte. Who cares. Wir lernten einen Schweizer kennen, der sich unserer Gruppe anschloss. Im Laufe des Abends trafen wir Chris, der aus Singapur angereist war. Das Wiedersehen wurde direkt in einer englischen Kneipe begossen. Überhaupt hat Großbritannien einen großen Einfluss auf Hong Kong gehabt, den man an allen Ecken spürt. Auf den Straßen fahren Doppeldeckerbusse, Tramps und Taxis im englischen Stil. Alles läuft geordnet ab, keiner hupt, alles sauber. Auf den Rolltreppen wird die Regel „rechts stehen, links gehen“ quasi in Perfektion praktiziert, Rauchen auf öffentlich ist nicht erlaubt und wird mit Geldstrafen geahndet. Die Stadt beeindruckt mit einer imposanten Skyline, die mich jedes Mal aufs Neue fasziniert hat wenn ich am Ufer der Insel stand. Der einzige Nachteil ist, dass die Preise auch eher westlich als chinesisch sind. Aber die Stadt ist seinen Preis allemal wert. Wir unternahmen einen Tagesausflug auf die benachbarte Insel Cheung Chau. Dort gab es Strände, jede Menge Fischerboote, kleine Lokals. Das Gegenteil zur Großstadt und doch nur eine halbe Stunde vom eigentlichen Zentrum entfernt. Das Nachtleben in Hong Kong ist geprägt von vielen Westlern, aber auch Chinesen, die wohl kaum Grenzen der Freizügigkeit kennen. Selbst in den frühen Morgenstunden geht es heiß her, die Bars sind voll und notfalls lockt der Türsteher mit einer Runde aufs Haus. Hong Kong ist der Wahnsinn. Es hat so viele verschiedene Seiten, die tropische Vegetation, das Wasser! Chris, Basti und ich hatten eine Menge Spaß, haben Knoblauch mit Fisch gegessen (es war so viel Knoblauch, dass diese Reihenfolge durchaus gerechtfertigt ist) und sind durch die Straßen geschlendert. Mit der Peak Tram ging es auf den Victoria Peak und dort gab es auch wieder eine tolle Aussicht und atemberaubende Häuser mit Sicht auf die Bucht. Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Aufenthalt in Hong Kong.

Ein tolles Erlebnis bescherte uns dann am Ende unser Rückflug. Dank kölscher Gelassenheit meiner Reisebegleitung kamen wir kurz vor Check-in-Ende am Flughafen an. Leider war die Maschine überbucht und nach einigem Hin und Her hieß es dann, dass es keine regulären Sitzplätze mehr für uns gäbe, sondern nur noch Jump Seats (Sitze, auf denen sonst die Crew sitzt). Nachdem wir eine Erklärung unterschrieben hatten, dass wir die Airline nicht verklagen, wurden wir dann durch den Crew-Gang direkt ins Flugzeug geschleust. Dort wurden wir dem Captain vorgestellt und durften dann beide im Cockpit sitzen! Ein tolles Erlebnis, gerade beim Start und bei der Landung! Der Piloten waren locker drauf und zeigten uns grob die Fluginstrumente und die Steuerung. So flogen wir auch einen kleinen Schlenker, nur weil uns der Pilot zeigte wie die Steuerung funktioniert. Ein Video von der Landung gibt es hier.

Ein gelungener Urlaub! Doch jetzt heisst es ran an die Bücher und für die Uni lernen!

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