Nach zwei schönen Tagen in Macau setzten wir mit der Fähre nach Hong Kong über. Dort bezogen wir ein Hostel, was sich hinterher als illegal herausstellte. Who cares. Wir lernten einen Schweizer kennen, der sich unserer Gruppe anschloss. Im Laufe des Abends trafen wir Chris, der aus Singapur angereist war. Das Wiedersehen wurde direkt in einer englischen Kneipe begossen. Überhaupt hat Großbritannien einen großen Einfluss auf Hong Kong gehabt, den man an allen Ecken spürt. Auf den Straßen fahren Doppeldeckerbusse, Tramps und Taxis im englischen Stil. Alles läuft geordnet ab, keiner hupt, alles sauber. Auf den Rolltreppen wird die Regel „rechts stehen, links gehen“ quasi in Perfektion praktiziert, Rauchen auf öffentlich ist nicht erlaubt und wird mit Geldstrafen geahndet. Die Stadt beeindruckt mit einer imposanten Skyline, die mich jedes Mal aufs Neue fasziniert hat wenn ich am Ufer der Insel stand. Der einzige Nachteil ist, dass die Preise auch eher westlich als chinesisch sind. Aber die Stadt ist seinen Preis allemal wert. Wir unternahmen einen Tagesausflug auf die benachbarte Insel Cheung Chau. Dort gab es Strände, jede Menge Fischerboote, kleine Lokals. Das Gegenteil zur Großstadt und doch nur eine halbe Stunde vom eigentlichen Zentrum entfernt. Das Nachtleben in Hong Kong ist geprägt von vielen Westlern, aber auch Chinesen, die wohl kaum Grenzen der Freizügigkeit kennen. Selbst in den frühen Morgenstunden geht es heiß her, die Bars sind voll und notfalls lockt der Türsteher mit einer Runde aufs Haus. Hong Kong ist der Wahnsinn. Es hat so viele verschiedene Seiten, die tropische Vegetation, das Wasser! Chris, Basti und ich hatten eine Menge Spaß, haben Knoblauch mit Fisch gegessen (es war so viel Knoblauch, dass diese Reihenfolge durchaus gerechtfertigt ist) und sind durch die Straßen geschlendert. Mit der Peak Tram ging es auf den Victoria Peak und dort gab es auch wieder eine tolle Aussicht und atemberaubende Häuser mit Sicht auf die Bucht. Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Aufenthalt in Hong Kong.
Ein tolles Erlebnis bescherte uns dann am Ende unser Rückflug. Dank kölscher Gelassenheit meiner Reisebegleitung kamen wir kurz vor Check-in-Ende am Flughafen an. Leider war die Maschine überbucht und nach einigem Hin und Her hieß es dann, dass es keine regulären Sitzplätze mehr für uns gäbe, sondern nur noch Jump Seats (Sitze, auf denen sonst die Crew sitzt). Nachdem wir eine Erklärung unterschrieben hatten, dass wir die Airline nicht verklagen, wurden wir dann durch den Crew-Gang direkt ins Flugzeug geschleust. Dort wurden wir dem Captain vorgestellt und durften dann beide im Cockpit sitzen! Ein tolles Erlebnis, gerade beim Start und bei der Landung! Der Piloten waren locker drauf und zeigten uns grob die Fluginstrumente und die Steuerung. So flogen wir auch einen kleinen Schlenker, nur weil uns der Pilot zeigte wie die Steuerung funktioniert. Ein Video von der Landung gibt es hier.
Ein gelungener Urlaub! Doch jetzt heisst es ran an die Bücher und für die Uni lernen!

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