Sonntag, 12. Juli 2009

Hoechster Berg der Welt

In Shigatse hatten wir das Vergnuegen einem alljaehrlichen Fest zuzuschauen. Es gab ein riesiges "Laken" welches Ziel von hunderten Pilgern war. Das Tuch wird nur 3 Tage im Jahr praesentiert und soll das groesste seiner Art sein. War auf jeden Fall nett anzusehen. 
Von Shigatse ging es weiter zum Mount Everest. Die Fahrt war recht lang, die letzten 100 km eine holprige Schotterpiste. Dank der schoenen Landschaft und dem riesigen Bus (26 Plaetze fuer 8 Leute) trotzdem ngut auszuhalten. Im Base Camp war alles recht spartanisch gehalten. Den Berg konnten wir abends nicht wirklich sehen wegen der Wolken. Wir hatten ein Zelt mit vielen Decken und einem kleinen Ofen. Toiletten oder gar fliessend Wasser Fehlanzeige. Zu Essen sollte es Fleisch und Brot geben. Im Hintergrund hoerte man zunaechst noch einen Hund vermutlich wegen der Kaelte wimmern. Auf einmal gabs einen dumpfen Schlag hinter dem Zelt (wo der Hund sass), wenig spaeter hoerte man das Beil auf dem Holzklotz haemmern und nach einer gefuehlten Ewigkeit kam unser Essen. Das Fleisch war sehr zaeh und mit viel Fett. Auf die Frage ob das Hund sei, wurde uns geantwortet dass die Tibeter Hunde nicht essen wuerden. Ahhh... Jedenfalls haben wir danach und den naechsten Tag keinen einzigen Hund mehr dort gesehen...
Dafuer konnten wir den Mount Everest in strahlendem Sonnenschein bewundern. Da hatten wir wohl viel Glueck weil das nicht immer der Fall sein soll. Doch wie man bei der duennen Luft die weiteren 3600 m bis hoch zum Gipfel klettern will, ist mir ein Raetsel.
Danach ging es wieder auf den Rueckweg bis schliesslich nach Lhasa. Ein toller Trip, der sich trotz hoher Kosten und einigen Kopfschmerzen (wegen der Hoehe) auf jeden Fall gelohnt hat. Wir haben tolle Landschaften gesehen und einen kleinen Einblick gewonnen, wie die Tibeter unter sehr, sehr einfachen Bedingungen mit Ziege und Esel im Vorgarten wohnen.
Lustig waren sonst noch die "Geschwindigkeitskontrollen". Es gab einfach staendig Strassen-Kontrollen und die musste man in einer Mindestzeit passieren. Zur Kontrolle waren sonst noch einfach Chinesen an der Strasse positioniert. Dadurch war unser Busfahrer gezwungen einige Male Parkplaetze anzusteuern.
Von den Unruhen in der weiter noerdlich gelegenen Provinz Xinjiang haben wir uebrigens nichts mitbekommen. In den Staedten in Tibet war natuerlich Militaer praesent, aber wohl nicht mehr als sonst.

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